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Generationengerechtigkeits-Preis 2013/2014 PDF Drucken E-Mail

Generationengerechtigkeits-Preis 2013/2014

Die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen (SRzG) und The Intergenerational Foundation (IF) vergeben den Generationengerechtigkeits-Preis 2013/14 in Höhe von insgesamt 10 000 €. Der Preis wurde von der Stiftung Apfelbaum angeregt und wird von dieser auch finanziert. Mit dem Preis möchten die SRzG und die IF die gesellschaftliche Diskussion über Generationengerechtigkeit fördern, eine wissenschaftliche Grundlage dafür schaffen und den Entscheidungsträgern neue Handlungsperspektiven aufzeigen.


Die Jury hat aus allen eingegangenen Arbeiten insgesamt acht Arbeiten prämiert:

Der erste Platz ging an Miriam Stehling und Merle-Marie Kruse für ihre Teamarbeit "Occupy als Jugendbewegung für Generationengerechtigkeit? Mediatisierte Aushandlungen des ‚Politischen‘ durch junge Menschen".

Der zweite Platz ging an Sonja Thau für ihre Arbeit "Der Arabische Frühling als Ruf für Generationengerechtigkeit".

Der dritte Platz ging an Thomas Tozer für seine Arbeit "Youth Movements for Intergenerational Justice A study into the nature, cause and success of youth movements, and why they are required by intergenerational justice and democracy".

Neben den drei Siegerarbeiten prämierte die Jury fünf weitere Arbeiten mit einem Sonderpreis, was noch einmal das hohe Niveau der eingereichten Arbeiten widerspiegelt.

Die Sonderpreise gingen an:

Anna Braam für ihre Arbeit "Die Occupy-Bewegung im Lichte der Generationengerechtigkeit".

Paul Schulmeister für seine Arbeit "Strukturelle und ideologische Unsicherheiten der Jugendgeneration. Dynamiken und Brüche bei Jugendbewegungen".

Marlene Heinrich und Marion-Christine Totter für ihre Teamarbeit "Movimiento Multicolorido (Bunte Bewegung). Die Bewegung 15-M und ihr Versuch einer gerechten Welt".

Christiane Hoth für ihre Arbeit "Die „Generation Y“ und der movimiento estudiantil in Chile".

Mie Scott Georgsen für ihre Arbeit "Contentious Youths? A Case Study on The Gezi Park Protests and the Maidan Uprising".




Der Generationengerechtigkeits-Preis für NachwuchswissenschaftlerInnen 2013/14 wurde ausgeschrieben zum Thema:

„Jugendbewegungen für Generationengerechtigkeit“

Themenaufriss:

Die späten 1960er Jahre waren geprägt durch die 68er Generation, eine radikale, weitverbreitete Jugendbewegung. Die Kinder (und Enkel) der 68er zeigten jedoch deutlich weniger politisches Engagement. Sie wurden daher wiederholt als egoistisch, träge und a-politisch charakterisiert.  Nun scheint eine Veränderung stattzufinden: Weltweit gehen junge Menschen auf die Straße und verschaffen sich Gehör. Die neuen Jugendproteste reichen von Bildungsstreiks und Klima-Aktivismus über die Occupy-Bewegung und die spanische Bewegung „¡Democracia Real YA!“ bis hin zum Arabischen Frühling und dem jüngsten Aufstand auf dem Taksim-Platz in Istanbul.

Gegenwärtig ist Europa, was Jugendbewegungen anbelangt, ein Kontinent der Kontraste. Trotzdem gibt es ein gemeinsames Thema das sich quer durch Europa zieht: Weder sind die jungen Menschen schlagkräftig organisiert, noch haben sie eine starke Lobby, die ihre Interessen vertritt. Es ist fragwürdig, ob Dachverbände für die Interessen von jungen Generationen - wie der Bundesjugendring oder das britische British Youth Council - eine ähnliche integrative Rolle spielen können, wie es bewährte Interessengruppen älterer Generationen in ihren betreffenden Ländern vermögen.

Das Durchschnittsalter von Partei- und Parlamentsmitgliedern steigt stetig an; junge Politiker sind rar. In Deutschland sind nur 7 Prozent der SPD Mitglieder unter 30 Jahre alt, bei den Christdemokraten liegt der Anteil bei 5 Prozent. Das Durchschnittsmitglied der SPD ist 59 Jahre alt, bei der CDU sieht es ähnlich aus. Im Vereinigten Königreich liegt entsprechend das Durchschnittsalter der Labour-Partei Mitglieder bei 50, die Conservatives sind im Schnitt sogar 60 Jahre alt.

Eine interessante Ausnahme in Europa stellt die Piratenpartei dar, die ihren Ursprung in Schweden hat. Sie war in mehreren Ländern mit Verhältniswahlsystem erfolgreich. Das Durchschnittsalter der Parteimitglieder liegt derzeit bei knapp unter 40, was noch als „jung“ gelten kann.

Aber wo etablierte Parteien scheitern, können sich junge Menschen manchmal zu Protesten zu Themen und Angelegenheiten, die sie direkt betreffen - wie Kürzungen im Bildungssystem, hohe Jugendarbeitslosigkeit und die allgemeine Perspektivenlosigkeit - mobilisieren. In England hat der Anstieg der maximalen Studiengebühren, welche Universitäten von ihren Studierenden verlangen können, von ₤3 000 auf ₤9 000, zu Protesten in London geführt. In Ungarn gingen viele Studenten auf die Straße, nachdem die ungarische Regierung das Bildungsbudget gekürzt und einen kontroversen Vorschlag gemacht hatte, der Universitätsstudenten nach ihrem Abschluss zur Jobsuche in Ungarn zwingen sollte.

Mit diesem Hintergrund fragt der Generationengerechtigkeits-Preis:

• Was sind die Hauptaspekte, welche eine Jugendbewegung definiert? Das Alter, die Ziele, oder die Methoden und Instrumente, die eingesetzt werden? Wie entstehen Jugendbewegungen und unter welchen Bedingungen sind sie erfolgreich? Wie kann der Einzelne, wenn überhaupt, ihren Erfolg beeinflussen? An welchem Punkt werden Jugendproteste zu Jugendbewegungen? Sind Occupy oder die Piratenpartei treffende Beispiele für Jugendbewegungen?

• Welche Jugendbewegungen vertreten die Idee der Generationengerechtigkeit, wie sie von der SRzG und der IF definiert wird? Arbeiten die Jugendbewegungen mit dem Ausdruck Generationengerechtigkeit? Was verstehen sie unter Generationengerechtigkeit?

• Kann man gemeinsame Interessen von jungen Menschen feststellen, welche als Grundlage für Jugendbewegungen dienen können? Wenn ja, welche Interessen führen zu politischen Protesten oder Aktionen?

• Welche Rolle spielen junge Eliten in Jugendbewegungen?

• An welchen Bewegungen nehmen sowohl junge, als auch ältere Menschen teil? Und an welchen nicht?

• Warum scheinen junge Menschen eine Skepsis gegenüber Parteien zu entwickeln? Wie stehen aktuelle Jugendbewegungen zu der Idee eines „Marsches durch die Institutionen“ (Dutschke)?

• Spielen die Schüler- und Studentenvereine und –parlamente, die Jugendorganisationen der Parteien und Gewerkschaften in Sachen Generationengerechtigkeit eine Rolle?


Weitere Informationen:

Der Einsendeschluss für eingereichte Arbeiten ist am 15. Oktober 2014 abgelaufen. Über die Ergebnisse informieren wir Sie zeitnah auf unserer Webseite.


Einige Vorschläge für deutschsprachige Literatur:


Beitzer, Hannah: Wir wollen nicht unsere Eltern wählen. Warum Politik heute anders funktioniert. Rowohlt: Reinbek bei Hamburg 2012

Blasberg, Anita: Die schon wieder! In: Die Zeit Nr. 17/2013

Boese, Daniel: Wir sind jung und brauchen die Welt. Wie die Generation Facebook den Planeten rettet. Oekom: München 2011

Connery, Michael: Youth to Power. How Today’s Young Voters are Building Tomorrow’s Progressive Majority. Ig Publishing: New York 2008

Jünemann, Annette/Zorob, Anja (Hg.): Arabellions: Zur Vielfalt von Protest und Revolte im Nahen Osten und Nordafrika. Springer VS: Frankfurt am Main 2013

Kraushaar, Wolfgang: Der Aufruhr der Ausgebildeten. Vom Arabischen Frühling zur Occupy-Bewegung. Hamburger Edition: Hamburg 2012

Luhmann, Niklas: Protest. Systemtheorie und Soziale Bewegungen. Suhrkamp: Frankurt am Main 1996

Reissmann, Ole et al.: We are Anonymous: Die Maske des Protests - Wer sie sind, was sie antreibt, was sie wollen. Goldmann: München 2012

Shell Deutschland (Hg.) 2010: 16. Shell Jugendstudie. Koordination M. Albert, K. Hurrelmann, G. Quenzel u.a. Frankfurt: S. Fischer

Walter, Franz: Die neue Macht der Bürger. Was motiviert die Protestbewegungen? Rowohlt: Reinbek bei Hamburg 2013


Einige Vorschläge für englischsprachige Literatur:


Barker, Colin, Alan Johnson, and Michael Lavalette. 2001. Leadership and social movements. Manchester England New York: Manchester University Press.

Connery, Michael. 2008. Youth to Power. How Today’s Young Voters are Building Tomorrow’s Progressive Majority. New York: Ig Publishing.

Donk, Wim B, ‎Brian D. Loader, and‎ Paul G. Nixon. 2004. Cyberprotest: new media, citizens, and social movements. London New York: Routledge.

Fominaya, Cristina, and Laurence Cox. 2013. Understanding European movements: new social movements, global justice struggles, anti-austerity protest. London: Routledge, Taylor & Francis Group.

Goodwin, Jeff, and James M. Jasper. 2009. The social movements reader: cases and concepts. Chichester, U.K. Malden, MA: Wiley-Blackwell.

Johnston, Hank, and John A. Noakes. 2005. Frames of protest: social movements and the framing perspective. Lanham: Rowman & Littlefield Publishers.

Johnston, Hank. 2009. Culture, social movements, and protest. Farnham, England Burlington, VT: Ashgate.

Karatzogianni, Athina, and Andrew Robinson. 2010. Power, resistance, and conflict in the contemporary world social movements, networks, and hierarchies. London New York: Routledge.

Kolb, Felix. 2007. Protest and opportunities: the political outcomes of social movements. Frankfurt New York: Campus Verlag.

Taylor, Astra, and Keith Gessen. 2011. Occupy!: Scenes from occupied America. London: Verso.

Weldon, S L. 2012. When protest makes policy: how social movements represent disadvantaged groups. Ann Arbor, Mich: University of Michigan Press.