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Ihr habt dieses Land... PDF Drucken E-Mail

"Ihr habt dieses Land nur von uns geborgt...", Preis: 10 €. Bestellen...

Als erstes Buch der SRzG erschien im Oktober 1997 "Ihr habt dieses Land nur von uns geborgt..." mit Beiträgen von Jens Augner (zum Thema Umwelt), Jörg Tremmel (zum Thema Renten), Johannes Lindner (zum Thema Jugendarbeitslosigkeit), Thorsten Becker (zum Thema Staatsverschuldung), Maja Schmidt (zum Thema Bildung) und Benjamin Kiesewetter (zum Thema Gleichberechtigung von Kindern und Jugendlichen) im Rasch und Röhring Verlag Hamburg. Die sechs Autoren haben die Gesellschaft für die Rechte zukünftiger Generationen, die Vorläuferorganisation der SRzG gegründet.

 

Vorwort

Vor uns die Sintflut. Sachlich, kompetent, diskussionsbereit, aber mit dem ausgeprägten Willen zur Veränderung  meldet sich hier eine neue Generation  zu Wort. Sie hat Erich Fried verstanden: Wer will, daß die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, daß sie bleibt.  Und spätestens seit der Französischen Revolution wissen wir, daß keine Generation das Recht hat, künftige Generationen ihren Geset-zen zu unterwerfen.   Wenn die jungen Autoren in diesem Buch also an die  Tabus ihrer Vorgängergeneration rühren und deren scheinbare Selbstverständlichkeiten in Frage stellen, so tun sie dies mit Fug und Recht. Jenen merkwürdigen „Generationenvertrag“ zum Beispiel, der ohne sie zustande gekommen ist und für sie nur Pflichten, aber keine Rechte vorsieht. Einen „sittenwidrigen Vertrag zu Lasten Dritter“ nannte ihn schon der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts Wolfgang Zeidler; vor unser aller Augen habe sich „das Recht der sozialen Sicherungssysteme zu einer Mandarin-Kultur entwickelt, in der seine altgewordenen professionellen Priester immer noch die geistigen Heiligtümer des vorigen Jahr-hunderts verwalten.“ 
Jörg Tremmel hat mit seiner brillianten Analyse in diesem Buch deshalb völlig recht und sein überzeugender Vorschlag, die Alterssicherung nach dem Prinzip der Generationengerechtigkeit zu reformieren, beinhaltet genau das, was mit unserer Dynamischen Rente ursprünglich eigentlich beabsichtigt war: Nämlich die Al-ten im Einklang mit der Lebenshaltung der Jungen zu versorgen. Daß sich aus diesem ethisch fundierten Konzept  in vierzig Jahren auf allen sozialen und ökologischen Ebenen ein Kettenbriefspiel zu Lasten der Nachwuchsgenerationen entwickelt hat, ist  nun aber kein Zufall oder böser Wille. Es ist vielmehr das folgerichtige Ergebnis unserer partikularistisch organisierten Demokratie, denn  in dieser  setzen sich zwangsläufig stets die stärksten Interessengruppen durch. Systematisch werden so die Interessen der Jugend übergangen, denn sie hat keine Stimme bei den Wahlen, die Seniorenschaft hingegen viele. Benjamin Kiesewet-ters fulminantes Plädoyer für die Abschaffung der Altersgrenzen beim Wahlrecht zielt hier exakt ins Schwarze. Hat ein so organisiertes politisches System erst einmal Schlagseite, dann  bewegt es sich auch nicht etwa irgendwann wieder selbststeuernd in Richtung eines Gleichgewichts zwischen den Kräften, sondern es entfernt sich immer weiter davon. Augenfällig wird das in dem kreativ-nachdenklichen Beitrag von Maja Schmidt zur Bildungskrise.  Das weitere Beispiel der exorbitant wachsenden Staatsverschuldung in all ihren Facetten hat Thorsten Becker kompakt und präzise auf den Punkt gebracht; selten dürfte ein so komplexes, schwieriges Thema so verständlich abgehandelt worden sein. 

In einem solchen System werden ebenso zwangsläufig auch ausgerechnet die allgemeinsten, grundlegendsten Interessen der Gesellschaft als ganzer nie ihre Durchsetzung finden, weil nämlich die einfache Regel gilt, daß sich um so mehr Sonderinteressen in den Weg stellen, je allgemeiner die zu lösenden Fragen sind. Wie lebensgefährlich und selbstzerstörerisch das System deshalb funktioniert, beweist zum einen die politische Lähmung im Umweltbereich. Hierfür liefert Jens Augner so viele atemberaubende Fakten, daß einem schlecht wird. Die dazu korrespondierende Innenweltzerstörung zum anderen  behandelt Johannes Lindner schließlich in seinem vielschichtigen und umfassenden Beitrag zur Krise der Arbeitsgesellschaft.  Denn auch der Konflikt auf dem Arbeitsmarkt ist ein Generationenkonflikt, der die Fundamente unseres Gemeinwesens erschüttert.  Letztlich offenbart sich hier erneut die selbstgerechte Verblendung einer vergreisenden Ge-sellschaft, die meint ihre zukünftige Sicherheit allein aus früheren Verdiensten ab-leiten zu können, statt ihre existentielle und unabänderliche  Abhängigkeit von der Nachwuchsgeneration und deren aktuellen Lebensbedingungen zu begreifen.

Kein Zweifel: Das Buch wird Furore machen. Denn alle politische Aktion besteht nun einmal  „in dem Aussprechen dessen, was ist und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei dagegen besteht aus dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist“ (Ferdinand Lassalle).  Worauf sich die Autoren deshalb einstellen müssen, ist leicht vorauszusehen. Die Verantwortlichen werden vermutlich zunächst versuchen,  die Überbringer der Botschaft verantwortlich zu machen. Aus den Opfern die Täter zu machen,  hat ja Tradition. Wie das geht, hat uns vor kurzem bereits der Bundessozialminister  gezeigt, als er kritische junge Menschen allein deshalb als undankbare, egoistische  „Randalierer im gemachten Bett“ abkanzelte, weil sie es wagten,  öffentlich die Fairneß des ihnen aufoktroyierten Generationenvertrags  zu bezweifeln. Womit der Minister zugleich jedoch dokumen-tierte, daß ihm die Realitäten der modernen Wirtschaft offenbar  nicht mehr ganz vertraut sind.  Denn von dem gemütlich gemachten  Bett früherer Generationen können die Jungen von heute nur noch träumen. Die Wirtschaftskreisläufe haben nämlich inzwischen ein so irres Tempo erreicht, daß beispielsweise das High-Tech-Herz unserer Wirtschaft bereits nach  spätestens vier Jahren komplett abge-schrieben und ersetzt  werden muß. Mindestens zehn Jahre im Durchschnitt ruhen sich die Senioren somit auf den Lorbeeren aus, welche allein die Nachwuchsgeneration Jahr für Jahr auf‘s Neue  verdienen muß.

Die jungen Leute, die sich hier als Wortfinder ihrer Generation melden, sind je-denfalls  alles andere als Randalierer und sie wissen auch sehr behutsam und sorgfältig zwischen den Alten, ihren Funktionären und  verantwortlichen Politikern  zu unterscheiden. Selbst in unterschiedlichen Parteien engagiert, ergreifen sie hier über deren Grenzen hinweg gemeinsam Partei für die Jugend und  künftige Gene-rationen.  Ihre Bilanz der ökosozialen Zechprellerei, deren Opfer sie sind,  ist be-merkenswert nüchtern und unverkrampft, der Nenner ihrer Vorschläge auf Dialog angelegt. Interdisziplinär  und zugleich kompakt zusammengefaßt, bietet das Buch selbst Fachleuten viele neue Blickwinkel.

Wer die Titanic umsteuern helfen will, statt weiter im Liegestuhl auf dem Oberdeck nur zuzuschauen, der kann in diesem Buch jedenfalls den Mut zu träumen finden, der die Kraft zu kämpfen gibt.

Jürgen Borchert

 

Geleitwort von Ernst Ulrich von Weizsäcker als pdf

Einleitung als pdf

 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
von Ernst Ulrich von Weizsäcker

Vorwort
von Jürgen Borchert

Einleitung in das Thema (von allen Jugendlichen gemeinsam geschrieben)

„Erst wenn der letzte Baum gerodet....“ Zukunft der Umwelt
von Jens Augner, Grün-Alternatives Jugendbündnis

„Wie die gesetzliche Rentenversicherung nach dem Prinzip der Generationengerechtigkeit reformiert werden kann“ - Zukunft der Renten
von Jörg Tremmel, Gründer der Gesellschaft für die Rechte zukünftiger Generationen

Kapitel über Jugendarbeitslosigkeit - Zukunft der Arbeit
von Johannes Lindner, Jungsozialisten

Der Fluch der späten Geburt - Zukunft der Staatsfinanzen
von Thorsten Becker, Junge Union

Kapitel über Bildungsnotstand an den Universitäten - Zukunft der Bildung
von Maja Schmidt, Junge Liberale

Die Gleichberechtigung der jungen Generation - Zukunft der Jugend
von Benjamin Kiesewetter, Kinderrechtler und jüngster Kläger vor dem Bundesverfassungsgericht

ausführliches Inhaltsverzeichnis als pdf